Thema Matura - was nun?

Lange hat man auf das Ziel Matura hingearbeitet. Doch kaum erreicht, stellt es sich als neuer Anfang heraus und die Maturantinnen und Maturanten vor die Frage: „Matura, was nun?“.

Das Wichtigste vorweg: Die Überlegungen, was man nach der Matura machen wird, sollten schon lange vor der Matura einsetzen. Berufs- und Bildungswahl ist auch für Maturantinnen und Maturanten ein Prozess, der gut vorbereitet werden muss und viel Zeit in Anspruch nimmt.


Aller Anfang ist schwer…

In einem ersten Schritt müssen sich angehende Maturanten und Maturantinnen überlegen, ob sie gleich ins Berufsleben einsteigen, oder eine weitere Ausbildung absolvieren möchten.

Gespräche mit Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Freundinnen und Freunden oder Berufs- und Bildungsberaterinnen und -beratern können dabei weiterhelfen. Die Vorschläge von Eltern sollten zwar ernst genommen, aber immer auch kritisch hinterfragt werden. Manchmal sind sie, obwohl gut gemeint, schlechte Ratgeber, weil sie die eigenen Erfahrungen und (unerfüllten) Wünsche unreflektiert auf ihre Kinder übertragen, ohne deren Interessen und Wünsche zu beachten. Ähnliches gilt auch für Freundinnen und Freunde.

Testangebote (z. B. eine Potenzialanalyse) helfen bei der Orientierung, können alternative Wege aufzeigen oder auch den eingeschlagenen Weg bestätigen. Die endgültige Entscheidung sollte aber immer selbst getroffen werden.


Die "richtige" Entscheidung

Eine passende Berufs- und Bildungsentscheidung zu treffen ist keine leichte Aufgabe.

Zuerst sollte man sich von vorhandenen Vorurteilen lösen und Faktoren wie Geld oder Status vorerst einmal ausblenden. Ein Universitätsstudium ist auch keine Garantie für Karriere und hohes Gehalt. Viel wichtiger sind Begeisterung, Leidenschaft und Eignung für den gewählten Bereich. Wer sich für eine Ausbildung oder einen Beruf entscheidet, die/der nicht seinen Neigungen und Interessen entspricht, schadet sich selbst, denn Freude an der gewählten Tätigkeit oder Ausbildung ist ein ganz wichtiger Motivationsfaktor.

Maturantinnen und Maturanten sollten sich deshalb intensiv mit ihren Interessen und Neigungen und in der Folge den eigenen Stärken auseinander setzen. Im Rahmen der Schulausbildung haben die meisten schon ansatzweise entdeckt, wo ihre Potenziale liegen (z. B. stark ausgeprägte mathematische Fähigkeiten, gute Rechtschreibkenntnisse, besonderes kaufmännisches oder technisches Verständnis, hohe soziale Kompetenz und Freude am Umgang mit anderen). Potenzialanalysen können das Bild noch schärfen. Sie helfen die Interessen und Neigungen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Motivation und Persönlichkeitsmerkmale zu ermitteln. Aber auch eine Potenzialanalyse kann die Entscheidung nicht abnehmen. Sie hilft bei der Auseinandersetzung mit sich selbst und bereitet eine Grundlage für Beratungsgespräche.

Neben der ehrlichen Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Vorstellungen und Interessen ist aber auch viel Informations- und Recherchearbeit notwendig, um die vielfältigen Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten kennen zu lernen.

Verschiedene Berufsinformationsseiten im Internet, wie der BIC ( www.bic.at), Informationsbroschüren des AMS, der Sozialpartner (z. B. Wirtschaftskammern und Arbeiterkammern) und verschiedener Aus- und Weiterbildungsanbieter erleichtern das Kennenlernen der Berufs- und Bildungsmöglichkeiten.

Außerdem gilt: Wie schon für die Schul- und Ausbildungswahl nach der 8. Schulstufe gilt auch für die Wahl des Berufseinstieges oder der weiteren Ausbildung nach der Matura: Neu- und Umorientierung ist immer möglich und gehört heute längst zum Alltag der Arbeitswelt.


Der richtige Zeitpunkt

Wer sich rechtzeitig über mögliche Bildungswege nach der Matura informiert, erspart sich viel Stress. Aufgrund beschränkter Aufnahmekapazitäten an vielen Ausbildungsstätten ist es oft nötig Aufnahmetests und/oder Aufnahmegespräche zu absolvieren. Die Anmeldung hierfür beginnt meist nach den Semesterferien. Wer sich zu spät informiert, verpasst womöglich Fristen und kann somit den Wunsch-Bildungsweg nicht oder erst mit Verzögerung antreten. In jedem Fall sollten auch Alternativen (mindestens eine) zur angestrebten Ausbildung überlegt werden.

Die Vielfalt an möglichen Ausbildungen Weiterlesen

Weitere Informationen: