WirtschaftstreuhänderIn

Andere Bezeichnung(en): Steuer- und WirtschaftsprüferIn, WirtschaftsprüferIn, SteuerprüferIn

 

Berufsbeschreibung

WirtschaftstreuhänderInnen übernehmen im Auftrag ihrer KundInnen (meist größere Unternehmen und Organisationen, insbesondere Kapitalgesellschaften) umfangreiche betriebswirtschaftliche, buchhalterische und beratende Aufgaben. Sie führen für ihre KundInnen die treuhänderische Vermögensverwaltung, erstellen Jahresabschlüsse (Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen), führen Auswertungen und Kennzahlenberechnungen durch und beraten in steuer- und abgabenrechtlichen Fragen und allgemeinen Wirtschaftsfragen. Darüber hinaus begleiten sie unternehmerische Entscheidungsprozesse und vertreten ihre KlientInnen vor Gerichten und Behörden.

WirtschaftstreuhänderInnen arbeiten als Selbstständige/Freiberufliche in ihren eigenen Wirtschaftstreuhandkanzleien oder als Angestellte in großen Wirtschaftstreuhandgesellschaften und Unternehmensberatungen. Sie betreuen ihre Kundinnen und Kunden: Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe aller Größen und Branchen, aber auch Vereine und Stiftungen, und kommunizieren in diesem Zusammenhang mit Behörden, Finanzämtern, Wirtschaftskammern usw.

Die Berufsbezeichnung "WirtschaftstreuhänderIn" umfasst die drei Berufsgruppen SteuerberaterIn, BuchprüferIn und WirtschaftsprüferIn, die jeweils durch unterschiedliche Ausbildungszeiten und darauf abgestimmte Befugnisse gekennzeichnet sind. WirtschaftstreuhänderInnen übernehmen im Auftrag ihrer KundInnen (meist größere Unternehmen und Organisationen, insbesondere Kapitalgesellschaften) umfassende Tätigkeiten im  Rechnungswesen, Steuerabrechnung und Vermögensverwaltung, welche sie im besten Sinne/Interesse ihrer KlientInnen, d. h. "treuhänderisch", ausführen.

Darüber hinaus bieten sie umfassende Beratungsleistungen und begleiten Unternehmen und Organisationen bei betrieblichen Entscheidungsprozessen, Umstrukturierungen, Übergaben, Fusionen und dergleichen. Unter Beachtung der gesetzlich vorgegebenen Fristen erstellen sie Jahresabschlüsse (Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen), Steuererklärungen (u. a. Einkommens- und Umsatzsteuererklärungen), Steuervoranmeldungen und arbeiten an Geschäftsberichten mit. In ihrer Funktion als WirtschaftsprüferInnen führen sie die gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsprüfungen von Jahresabschlüssen durch.

In engem Zusammenhang mit der steuerlichen Beratung steht die Beratung der Unternehmen in betriebswirtschaftlichen Fragen, beispielsweise bei Investitions- und Finanzierungsentscheidungen. Dazu bereiten sie das betriebliche Zahlen- und Datenmaterial auf, erstellen Kostenkalkulationen und Wirtschaftlichkeitsrechnungen und berechnen betriebliche Kennzahlen, die als wichtige unternehmerische Entscheidungsgrundlagen herangezogen werden.

In ihrer Funktion als Wirtschafts- und SteuerprüferInnen führen sie gesetzlich vorgeschriebene oder freiwillige Überprüfungen der Jahresabschlüsse von Unternehmen durch. Dabei prüfen sie, ob Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, Inventuren, Abschreibungen, Bewertungen korrekt berechnet wurden oder Rückstellungen und Rücklagen richtig bewertet und verbucht wurden und alle Bilanzpositionen vollständig und richtig erfasst sind.

Darüber hinaus nehmen WirtschaftstreuhänderInnen zahlreiche weitere Aufgaben wahr: Sie verwalten fremdes Vermögen in Treuhandschaft, betreuen Kreditsicherheiten und nehmen Gesellschaftsrechte wahr. Sie fungieren als NachlassverwalterInnen, als Konkurs- und AusgleichsverwalterInnen sowie als LiquidatorInnen. Gegebenenfalls vertreten sie die Interessen ihrer AuftraggeberInnen gegenüber Finanzämtern und -gerichten.

Als Sachverständige verfassen sie Gutachten zur Unternehmensbewertung, die z. B. als Entscheidungshilfe für MandantInnen beim Erwerb von Unternehmensanteilen (Aktien, Beteiligungen) oder ganzer Unternehmen dienen. Als allgemein beeidete gerichtliche Sachverständige verfassen WirtschaftstreuhänderInnen auch Gerichtsgutachten.

WirtschaftstreuhänderInnen arbeiten mit Computer, Laptops, fachspezifischer  Software, den üblichen Bürogeräten und Kommunikationsmitteln wie Telefon/Mobiltelefon, Internet, E-Mail, Internet- und Videokonferenzen. Sie arbeiten mit Betriebsbüchern wie Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Anlagenverzeichnissen, Geschäftsberichten, Steuererklärungen und dergleichen mehr. Sie lesen und verwenden juristische Unterlagen wie Gesetze, Erlässe und Verordnungen, Fachlexika und Handbücher und führen Dokumentationen, Datenbanken und Journale. Bei Präsentationen und Besprechungen setzen sie Präsentationssoftware und Präsentationsmittel wie Beamer, Bildschirme, Smartboards, aber auch Flipcharts ein.

Ein wichtiges Arbeitsmittel von WirtschaftstreuhänderInnen ist die eigene Person. Im ständigen Kontakt mit KundInnen ist es vor allem das überzeugende, kompetente und seriöse Auftreten der BeraterInnen, das den Geschäftserfolg ausmacht.

WirtschaftstreuhänderInnen arbeiten in Büros und Besprechungszimmern von Wirtschaftstreuhandkanzleien sowie direkt bei ihren KundInnen vor Ort. Sie arbeiten im Team mit BerufskollegInnen, BerufsanwärterInnen ( RevisionsassistentIn) und Fachkräften aus dem  Rechnungswesen,  Controlling und der Personalverrechnung, siehe z. B. BuchhalterIn, Finanz- und Rechnungswesenassistenz (Lehrberuf), PersonalverrechnerIn, ControllerIn). Sie haben Kontakt zu JuristInnen (siehe Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, JuristIn) sowie zu MitarbeiterInnen von Finanzbehörden und -gerichten ( Steuerassistenz (Lehrberuf), Finanzbeamter / Finanzbeamtin).

Als WirtschaftstreuhänderIn arbeitet man eher zeitlich flexibel und muss regelmäßig mit Mehrarbeit und Überstunden rechnen. Belastbarkeit und Stressresistenz sind in diesem Beruf besonders gefragt. Auch eine gewisse Mobilität ist erforderlich, weil man häufig bei den Klientinnen und  Klienten vor Ort tätig ist.

  • KundInnen (Unternehmen, Organisationen, Kapitalgesellschaften) umfassend beraten
  • laufende Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnungen organisieren und durchführen lassen
  • Jahresabschlüsse und Bilanzen erstellen, Bilanzen und Geschäftsbücher prüfen
  • Verhandlungen führen, Geschäftsverträge ausarbeiten
  • unternehmerische Entscheidungsprozesse begleiten
  • Grundlagen für Investitions- und Finanzierungsentscheidungen bereitstellen
  • Kostenrechnungen erstellen, Kennzahlen berechnen
  • Liegenschaften,  Immobilien und Vermögen treuhänderisch verwalten
  • Steuererklärungen erstellen und Vermögensaufstellungen durchführen
  • bei Kapitalgesellschaften Jahresabschlussprüfungen durchführen
  • bei internationalen Konzernen Jahresabschlüsse nach internationalen Richtlinien erstellen bzw. prüfen
  • KundInnen vor Finanzbehörden und -gerichten vertreten
  • Gutachten zur Unternehmensbewertung verfassen
  • Gerichtsgutachten als allgemein beeidete gerichtliche Sachverständige erstellen
  • Betriebsbücher, Dokumentationen und Datenbanken führen
  • Wirtschaftstreuhandkanzleien und -gesellschaften
  • große Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe
  • Öffentliche Institutionen und Organisationen wie Ämter, Kammern und Finanzministerien

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Aktie Audit Basel II Bilanz Controlling IFRS Mergers & Acquisitions Rating US-GAAP