Wirtschaftstechniker*in

Andere Bezeichnung(en): Wirtschaftsingenieur*in

Berufsbeschreibung

Wirtschaftstechniker*innen (Wirtschaftingenieur*innen) arbeiten an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft (Geschäftsleitung, Management) und Ingenieurwesen. Ihr Aufgabenbereich umfasst die Entwicklung, technische Planung und Umsetzung von z. B. Produktionsprozessen, Produktionsumstellungen oder Bauprojekten unter Berücksichtigung aller damit verbundenen betriebswirtschaftlichen Fragen und Problemstellungen.

Sie beraten Führungskräfte, Manager*innen, Unternehmer*innen in allen betriebstechnischen und ingenieurwissenschaftlichen Fragen und Problemen und erstellen Unterlagen für betriebliche Entscheidungen. Wirtschaftstechniker*innen arbeiten im Team mit verschiedenen Fach- und Führungskräften und Mitarbeiter*innen unterschiedlicher betrieblicher Abteilungen.

"Am Beruf Wirtschaftsingenieur*in interessiert mich die Verbindung von Wirtschaft und Technik. Es ist interessant zu wissen, wo der Markt für ein Produkt ist, es bedienungsfreundlich zu designen, gleichzeitig zu wissen, mit welchem Fertigungsverfahren und aus welchen Materialien es hergestellt wird, wie die Prozessabläufe optimiert werden können, was es kostet und wie man es an den Kunden/die Kundin bringt."
DIin(FH) Margit Malatschnig, Techkonnex - High-Tech Promotion, FEMtech Expertin Oktober 2007

Wirtschaftstechniker*innen planen im Team mit Manager*innen, Produktionsleiter*innen und anderen Fach- und Führungskräften betrieblich-technische Projekte, wie z. B. die Auf- und Einstellung von Produktionsanlagen, den Umbau von Maschinen oder die Umstellung von Produktionsprozessen. Dabei beachten sie technische und wirtschaftliche Faktoren, wie z. B. Kosten, Energieeffizienz, Umweltschutz oder Nachhaltigkeit. Sie erstellen Arbeits- und Produktionspläne, kalkulieren Kosten, Termine und Materialeinsatz. Darüber hinaus erstellen sie betriebliche Normen und Sicherheitsstandards sowie Richtlinien zur Qualitätssicherung.

Im Bauwesen wirken Wirtschaftstechniker*innen bei der Planung und Koordination von Bauprojekten mit. Sie berechnen den Einsatz von Baumaterialien und anderen Werkstoffen, planen die einzelnen Bauphasen und koordinieren die Bau-Logistik (wie z. B. die zeitgerechte Lieferung von Baumaterialien) und überwachen die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsstandards. Nach Projektende führen sie die Endabrechnung durch.

Im Bereich Maschinen- und Anlagenbau sind Wirtschaftstechniker*innen an der Entwicklung von Maschinen und Anlagen für Industrie- und Gewerbebetriebe beteiligt. Sie entwickeln Rationalisierungs- und Automatisierungskonzepte für Produktionsabläufe und berechnen die Betriebskosten, den Materialeinsatz sowie die Kosten-/Nutzen-/Energie-Effizienz.
Im Bereich der technischen Chemie arbeiten sie an der Entwicklung und Planung chemischer Produktionsprozesse mit. Als Ziviltechniker*innen überprüfen sie Angebote nach betriebs- und bauwirtschaftlichen Kriterien und erstellen Sachverständigengutachten. Auch im Bereich technischer Verkauf und Vertrieb finden Wirtschaftstechniker*innen Aufgabenfelder - siehe hierzu auch den Beruf Verkaufstechniker*in / Vertriebstechniker*in.

Wirtschaftstechniker*innen arbeiten mit Computer, Laptops und speziellen technischen Softwareprogrammen, aber auch mit Bürosoftware. Sie verwenden Bürogeräte wie Drucker,  Scanner, Kopierer und kommunizieren mit Telefonen, Mobiltelefonen, E-Mail, Internet- und Videotelefonie und Onlinemeetings-Tools.

Wirtschaftstechniker*innen lesen und erstellen technische Unterlagen, Konstruktions- und Baupläne und hantieren mit diversen Werkzeugen, Maschinen und Geräten. Für die Präsentation von Plänen, Projekten, Fortschritts- und Ergebnisberichten setzen sie Präsentationssoftware und Beamer, Bildschirme, Smartboards usw.

Wirtschaftstechniker*innen arbeiten in Industrie- und Gewerbebetrieben, in der Baubranche, in Ziviltechniker*innenbüros und im öffentlichen Dienst. Sie arbeiten in Büros, Besprechungs- und Konferenzzimmern sowie in Werkstätten, Produktionshallen, Labors und auf Baustellen.

Je nach Projekt und Aufgabengebiet arbeiten sie mit verschiedenen Spezialist*innen zusammen, siehe z. B. Betriebswirt*in, Manager*in, Raumplaner*in, Kulturtechniker*in, Verkehrstechniker*in oder Maschinenbautechniker*in, Werkstofftechniker*innen, Verfahrenstechniker*innen, Innovationstechniker*innen.

Wirtschaftstechniker*innen haben grundsätzlich geregelte Arbeitszeiten, müssen aber auch mit Mehrarbeit und Überstunden rechnen, wenn es gilt, eine Entwicklung rasch voranzutreiben oder wenn Probleme in den Abläufen auftreten.

  • betriebstechnische Abläufe (z. B. industrielle Produktionsprozesse) auswerten, analysieren und optimieren
  • Arbeitsablaufpläne und Produktionspläne erstellen
  • Kosten, Termine und Materialeinsatz kalkulieren
  • industrielle Fertigungsprozesse überwachen und steuern
  • technische Rationalisierungs- und Automatisierungskonzepte entwickeln und planen
  • Maschinen und Anlagen planen und entwickeln
  • Planungs- und Leitungsaufgaben im Rahmen von Bauprojekten durchführen
  • Beratungsgespräche führen, Studien und Konzepte präsentieren und erklären
  • Tätigkeiten als Gutachter*innen und Sachverständige durchführen
  • Management- und Führungsaufgaben wahrnehmen

Die hohe Nachfrage nach wirtschaftlich geschulten und für Führungsaufgaben vorbereiteten Techniker*innen ist nach wie vor ungebrochen. Wirtschaftstechniker*innen haben kaum Probleme einen Arbeitsplatz zu finden und können bei entsprechender Leistungsbereitschaft mit überdurchschnittlichen Einstiegsgehältern und Aufstiegschancen rechnen.

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten insbesondere:

  • Industrie- und Gewerbebetriebe verschiedener Branchen
  • Planungsgesellschaften, Bauunternehmen
  • Unternehmensberatungen mit technischem Schwerpunkt
  • öffentliche Institutionen wie z. B. Verkehrsministerien

Die selbstständige Berufsausübung ist insbesondere als beratende*r Inginieur*in mögliche (siehe Menüpunkt Selbstständigkeit).

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 DIN-Norm Industrie 4.0 MBA Mechatronik Qualitätsmanagement Total Quality Management (TQM)