Rauwarenzurichter*in
English: Fur and leather finisher
Weiterbildung & Karriere
Nachdem es im Beruf Rauwarenzurichter*in nur eingeschränkte Beschäftigungsmöglichkeiten gibt, ist es für Personen in diesem Beruf wichtig, sich Zusatzkompetenzen in angrenzenden Berufsbereichen anzueignen. Voraussetzung für beruflichen Erfolg ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen zu erweitern, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), bieten in vielen Bereichen (z. B. Betriebsführung, Verkauf und Marketing) Kurse und Lehrgänge an, die auch für Rauwarenzurichter*innen relevant sind.
Zur Vermittlung von Anwendungskenntnissen und neuen Techniken (z. B. Software für Schnittzeichen) oder Maschinen (z. B. Programmierbare Nähmaschinen) bieten Herstellerfirmen eigene Schulungen an.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an berufsbildenden höheren Schulen, insbesondere an Bundeslehranstalten für Mode. Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (z. B. Mode - Design) ermöglicht.
Der Besuch von Textilmessen, Verkaufsveranstaltungen, Branchenevents und Modeschauen ermöglicht die Weiterbildung zu aktuelle internationaler Entwicklungen auf dem Modesektor.
Wichtige Weiterbildungsbereiche für Rauwarenzurichter*innen sind beispielsweise:
Fachkompetenzen
- Leder und Felle, neue Gerb- und Farbstoffe
- synthetische Leder und Felle - Be- und Verarbeitungstechniken
- nachhaltige, umweltschonende Verarbeitungstechniken
- neue Materialien (z. B. Kunststoffpelze) und Zubehör
- Veredelungstechniken (z. B. Imprägnierung)
- ökologische und nachhaltige Ledermode, Up-Cycling
- Nähmaschinentechnik (digitale Steuerung, Programmierung)
- Maschinenführung, Maschinensteuerung
- digitale Schnitt- und Verarbeitungstechniken
- digitales Schnittzeichnen, digitales Design (CAD)
- Recycling, Energie- und Ressourceneffizienz
- Marketing, Werbung, Verkauf
- Betriebsführung, Buchhaltung
Methodenkompetenzen
- Arbeitsvorbereitung
- Arbeits- und Betriebssicherheit
- Mitarbeiter*innenführung
- Prozessplanung
- Qualitätssicherung
- Dokumentation
Sozialkompetenzen:
- Kund*innen- und Serviceorientierung
- Kundenbetreuung und -beratung
- Kommunikationsfähigkeit
- Teamfähigkeit
Rauwarenzurichter*in ist in Österreich eher ein Nischenberuf. Die Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten sind in diesem Berufsfeld daher begrenzt und ergeben sich vor allem in angrenzenden, verwandten Bereichen der Textil- und Modebranche.
Nach mehrjähriger beruflicher Erfahrung und Zusatzqualifikationen (z. B. Meisterprüfung) können Rauwarenzurichter*innen zu Team-, Werkstätten- oder Produktionsleiter*innen oder zu Produktdesigner*innen aufsteigen und führen als solche Mitarbeiter*innen und Teams.
Neben einem hierarchischen Aufstieg im Unternehmen ist in diesem Beruf auch eine Weiterentwicklung und Karriere durch inhaltliche und fachliche Spezialisierung auf bestimmte Produkte (z. B. Pelze, Trachtenmode) und die Weiterentwicklung in eine Expert*innenrolle möglich.
Die Möglichkeit der selbständigen Berufsausübung besteht im Rahmen von Reglementierten Gewerben der Rauwarenzurichter oder Gerber - siehe Menüpunkt Selbständigkeit).