Lehrer*in für Inklusiv- und Sonderpädagogik

Andere Bezeichnung(en): ehemals Sonderschullehrer*in

Berufsbeschreibung

Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik sind ausgebildet als Lehrer*in für die Primarstufe oder Lehrer*in für die Sekundarstufe - Allgemeinbildung mit dem Ausbildungsschwerpunkt Inklusiv- und Sonderpädagogik. Sie unterrichten Kinder und Jugendliche mit Lernproblemen oder Entwicklungsrückständen, die aufgrund von psychischen, sozialen oder körperlichen Problemen auftreten. Dabei verwenden die Lehrer*innen unterschiedliche Methoden und Materialien. Neben der reinen Wissensvermittlung umfasst ihre Tätigkeit ganz besonders die Förderung der persönlichen, geistigen und körperlichen Entwicklungsprozesse ihrer Schüler*innen.

Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik unterrichten an Sonderschulen oder Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik, die acht, im Falle der Einbeziehung der Polytechnischen Schule oder eines Berufsvorbereitungsjahres neun Schulstufen umfassen. Im Zuge der schulischen  Integration werden Kinder mit Lernproblemen oder Entwicklungsrückständen aber immer häufiger auch in anderen Schulformen (Volksschulen, Neuen Mittelschulen, AHS-Unterstufen) unterrichtet.

Körperliche oder geistige Behinderung, psychische Probleme oder eine Krankheit können zu Lernschwierigkeiten führen. Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik unterrichten und betreuen Schüler*innen mit besonderen Bedürfnissen. Sie berücksichtigen die Ursachen der Lernschwierigkeiten und helfen gleichzeitig, mit diesen umzugehen bzw. sie zu überwinden. Unterrichten sie in Sonderschulen/Sonderpädagogischen Zentren, so zielen sie darauf ab die Schüler*innen eventuell auch auf die Anforderungen einer weiteren Schule (Volksschule, Neue Mittelschule, Polytechnische Schule, Höhere Schulen) vorzubereiten.

In Sonderschulen, die für bestimmte körperliche Behinderungen eingerichtet sind (z. B. für Kinder mit Sprachstörungen oder Mehrfachbehinderungen, für schwerhörige, taubstumme, sehbehinderte Kinder), werden je nach Art der Schule besondere Übungsmethoden angewendet, um diesen Kindern spezielle Fertigkeiten wie die Blindenschrift oder das Lippenlesen zu vermitteln. Fallweise erteilen Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik auch Einzelunterricht am Krankenbett.

Im Zuge der schulischen  Integration werden immer häufiger Integrationsklassen in Volksschulen und Neuen Mittelschulen eingerichtet, in denen Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik gemeinsam mit anderen Lehrkräften im Team arbeiten. Sie fördern auch die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, um eine möglichst große Selbstständigkeit und soziale  Integration zu erreichen.

Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik unterrichten die Kinder in allen Fächern. Sie bereiten den Unterricht vor und vermitteln den Lehrstoff der einzelnen Gegenstände entsprechend den aktuellen Lehrplänen und dem Entwicklungsstand der Schüler*innen. Sie legen die Methoden und die Materialien fest (Lehrbücher, selbst ausgearbeitete Unterlagen, Materialien wie Holz, Ton, Textilien, Farben und  Medien, wie z. B. Tonträger, Filme, CD-Roms, Musikinstrumente und Sportgeräte). Sie üben, wiederholen, spielen und feiern mit den Kindern. Sie erteilen auch Hausaufgaben entsprechend dem Entwicklungs- und Wissensstand der einzelnen Schüler*innen, kontrollieren und korrigieren diese und besprechen mit den Schüler*innen die gestellten Aufgaben.

Als Mitglieder des Lehrkörpers nehmen Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik auch regelmäßig an Lehrer*innenkonferenzen teil. Sie üben verschiedene administrative Tätigkeiten aus, wie beispielsweise die Führung von Klassenbüchern. Häufig übernehmen sie die Funktion eines Klassenvorstandes, d. h. sie kümmern sich um alles, was die Kinder in dieser Klasse beschäftigt. Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik übernehmen gegebenenfalls auch Sonderaufgaben, etwa als Vertrauenslehrer*innen oder Schüler- bzw. Bildungsberater*innen, wozu sie aber meist eine Zusatzausbildung bzw. Schwerpunktsetzung während der Ausbildung benötigen.

Gerade im Bereich der Inklusiv- und Sonderpädagogik ist der enge Kontakt zwischen den Lehrer*innen und den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten besonders wichtig. Sie beraten sich gemeinsam über Maßnahmen, die erforderlich sind, um die bestmögliche Förderung der Kinder sicherzustellen.

Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik arbeiten eng mit Kindern und Jugendlichen zusammen und haben daher eine nicht zu unterschätzende Vorbildwirkung. Deshalb ist es wichtig, dass sie Handlungen und Aussagen überlegt einsetzen und auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und eine gepflegte Sprache achten.

Für ihre Unterrichtsarbeit brauchen sie nicht nur verschiedenste Schreibwerkzeuge und Lehrbücher, sondern auch gut ausgewählte Lernspiele und Anschauungsmaterial, sie können mit Musikinstrumenten, Turngeräten, Bastelmaterial und Handwerkzeugen (Säge, Hammer, Bohrer etc.) umgehen und arbeiten mit den Kindern auch am Computer, evt. mit speziell für die Bedürfnisse der Kinder ausgestatteter Hard- und  Software (z. B. für Spastiker*innen, Seh- und Hörbehinderte).

Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik arbeiten meist in Klassenzimmern von Schulgebäuden oder in sonstigen Unterrichtsräumen wie Musik- und Zeichenräumen oder Turnhallen. Sie unterrichten in Sonderschulen/Sonderpädagogischen Zentren oder in Integrationsklassen anderer Schulen der  Primarstufe und  Sekundarstufe. Sie betreuen ihre Schüler*innen, arbeiten mit Berufskolleg*innen zusammen und stehen in regelmäßigem Kontakt zu den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, Therapeut*innen, Psycholog*innen, evtl. auch Jugendämtern und anderen sozialen Einrichtungen. Lehrer*innen für Inklusiv- und Sonderpädagogik arbeiten häufig auch mit Vertreter*innen außerschulischer Einrichtungen wie mit Therapeut*innen (siehe z. B. Ergotherapeut*in, Logopäde / Logopädin), Ärzt*innen (siehe Arzt / Ärztin), Psycholog*innen (siehe Psychologe / Psychologin), Sozialpädagog*innen (siehe Sozialpädagoge / Sozialpädagogin) usw. zusammen.

Neben der Allgemeinen Sonderschule gibt es eine Reihe von spezialisierten Sonderschulen, wie Sonderschulen für seh-, sprach-, körper-, mehrfach- oder schwerstbehinderte Kinder, für blinde, schwerhörige oder gehörlose Kinder, für schwer erziehbare Kinder sowie Heilstättenschulen (Unterricht für kranke Kinder in Spitalsbehandlung).

  • den Unterricht planen, gestalten, organisieren und vor- und nachbereiten
  • Unterrichtsmethoden und -materialien auswählen und einsetzen
  • Unterricht / Lehreinheiten abhalten, d. h. die didaktisch aufbereitete Fachinhalte vermitteln
  • Kinder und Jugendliche individuell, unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse, fördern
  • die Schüler*innenleistungen beurteilen, korrigieren und besprechen
  • Aufzeichnungen über jeden einzelnen Schüler / jede einzelne Schülerin führen
  • Feiern und Feste nach Gegebenheiten des Jahreskreises, Projekte unter Berücksichtigung regionaler und örtlicher Gegebenheiten und Sport- und Schullandwochen organisieren und durchführen
  • Sprechstunden und Elternabende abhalten, an Konferenzen, Besprechungen und Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen
  • Schularbeiten, Tests und Prüfungen erstellen, durchführen und korrigieren
  • Zeugnisse ausstellen oder verbale Beurteilungen formulieren
  • Förderprogramme für einzelne Schüler*innen in Kontakt mit Eltern, Therapeut*innen oder sozialen Einrichtungen erstellen
  • Eltern in pädagogischen Belangen beraten
  • Klassenbücher führen, Schüler*innendaten verwalten
  • Unterrichtsmittel und Schulbibliotheken verwalten
  • Öffentlichkeitsarbeit, an der Schulentwicklung mitarbeiten
  • Öffentliche und private Sonderschulen der  Primarstufe und Sekundarstufe
  • Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik (Sonderschulen mit der Aufgabe, sonderpädagogischer Maßnahmen bereitzustellen und zu koordinieren, dass Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf am Unterricht in allgemeinen Schulen teilnehmen können.)
  • Integrationsklassen an Volksschulen ( Primarstufe) und Neuen Mittelschulen oder AHS-Unterstufen ( Sekundarstufe I)

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Didaktik E-Learning Integration Interkulturalität Motorik Pädagogik

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