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Thema Arbeit & Behinderung

„Den Behinderten“, den gibt es nicht

Wenn wir den Begriff Behinderung gebrauchen, scheint eine allgemeine und stille Übereinkunft zu bestehen, welcher Mensch als behindert und welches Phänomen als Behinderung zu gelten hat. Es fällt jedoch auf, dass es in der Begriffsverwendung sowie in der Begriffsdefinition keine Einheitlichkeit gibt.

Wenn man heute also respektvoll von Menschen mit Behinderungen oder von Menschen mit Barrieren spricht, dann haben wir es keineswegs mit einer homogenen Gruppe zu tun, denn so etwas wie „den Behinderten“ gibt es nicht. Und dass es sich dabei nicht um Randgruppen handelt, belegen Statistiken, in denen sich mehr als 20% der österreichischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter als im weitesten Sinne behindert bezeichnen.

Behinderung und Arbeitswelt

Wer heute einen guten Job will, muss sich besonders anstrengen und dies gilt speziell für Menschen mit Behinderungen, die aufgrund vieler Vorurteile häufig an Barrieren stoßen. Eine der Ursachen ist mangelnde Information über den jeweils anderen. Was die meisten ArbeitgeberInnen oder KollegInnen nämlich nicht wissen, ist, dass in der heutigen Berufswelt eine Behinderung durch spezielle, bestehende Unterstützungen ausgeglichen werden kann, etwa durch technische Arbeitshilfen, deren Anschaffung von öffentlichen Stellen gefördert wird. Zum Ausgleich einer Behinderung gibt es eine Vielzahl von Förderungen, sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Siehe dazu http://www.bundessozialamt.gv.at

Das Behinderteneinstellungsgesetz, kurz BEinstG

Das Behinderteneinstellungsgesetz verfolgt das Ziel, Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies geschieht etwa durch die gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtung zur Einstellung behinderter Menschen. Ein Unternehmen in Österreich ist verpflichtet auf je 25 MitarbeiterInnen eine begünstigt Behinderte/einen begünstigt Behinderten* anzustellen. Nach dem BEinstG können für die DienstgeberInnen Anreize geschaffen werden, z. B. durch: Lohnkostenzuschüsse, Einstellungsbeihilfe, Adaptierung des Arbeitsplatzes, Ausbildungs- und Integrationsbeihilfe etc.

Probleme am Arbeitsplatz – wer hilft?

Für manche Leute ist der Umgang mit Menschen mit Behinderungen selbstverständlich und nicht weiter nennenswert, für andere eben nicht. Und damit es zwischen KollegInnen und oder Vorgesetzten aufgrund mangelnder Informationen, Vorurteilen oder Hemmungen nicht zu Konflikten am Arbeitsplatz kommt, kann professionelle Unterstützung angefordert werden, die aufklärt, berät und allen Beteiligten zur Seite steht.

Speziell eingerichtete Projekte und die Arbeitsassistenz können beim Erlangen, Sichern und Gestalten von Arbeitsplätzen helfen und stehen sowohl den Menschen mit Behinderungen sowie den Betrieben mit Rat und Tat zur Verfügung. Siehe z. B. www.dabei-austria.at

Viele weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie z. B. auf folgenden Web-Seiten:

Eine Online-Jobbörse für Menschen mit und ohne Behinderung bietet:

Mehr Info zu diesem Thema: Beispiel Bewerbungsbrief

* Personenkreis der begünstigten Behinderten:

Dem Personenkreis der "begünstigten Behinderten" im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes (BEinstG) kann angehören, wer

  • einen festgestellten Grad der Behinderung von mindestens 50vH hat und
  • entweder österreichischer Staatsbürger, EWR-Bürger oder anerkannter Flüchtling ist
Wirtschaftskammer Steiermark
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