Tissue Engineer (m./w.)

Berufsbeschreibung

Tissue Engineering ist ein Spezialgebiet der medizinischen  Biotechnologie und bedeutet soviel wie die "Züchtung von Gewebe". Tissue Engineers (m./w.) entwickeln und erzeugen künstliche Gewebe (z. B. Hautimplantate) und künstliche Organteile (vor allem Herzklappen), die in der Medizin zur Anwendung kommen. Dabei werden lebende Zellen mit synthetischen Gerüsten kombiniert und das Wachstum der Zellen angeregt.

Tissue Engineers arbeiten in den Labors und Fertigungshallen von Unternehmen der  Biotechnologie sowie in medizinischen und biotechnologischen Forschungseinrichtungen. Sie arbeiten  interdisziplinär im Team mit Fachkräften aus der Technik, Medizin und  Biotechnologie. Sie beraten Kundinnen und Kunden und AnwenderInnen (vor allem MedizinerInnen) über die Eigenschaften ihrer Produkte und ziehen die Erfahrungen aus der medizinischen Anwendung für die Weiterentwicklung heran.

Die  Biotechnologie im Allgemeinen erforscht und analysiert biologische und chemische Funktionen und Prozesse, um diese dann technisch zu reproduzieren bzw. auch zu verändern oder zu verbessern. Traditionelle chemische Syntheseverfahren werden durch schonende enzymische Verfahren ersetzt. BiotechnikerInnen befassen sich z. B. mit der Züchtung von Gewebekulturen und Ersatzorganen, mit der Herstellung von genverändertem Saatgut oder mit der Entwicklung von neuen Pharmaprodukten wie Antibiotika, Impfstoffen, Chemotherapeutika und dergleichen mehr. Außerdem fallen auch Anwendungen der Gärungs- und Fermentierungstechnik ( Fermentation Technology) in ihr Berufs- und Aufgabenfeld.

Tissue Engineers (m./w.) als SpezialistInnen im Bereich der medizinischen  Biotechnologie befassen sich mit der künstlichen Herstellung von biologischen Geweben durch die gerichtete Kultivierung von Zellen, um damit kranke Gewebeteile von Patientinnen und Patienten zu ersetzen oder zu regenerieren. Hierfür entnehmen sie Zellen einem Spende-Organismus und vermehren sie künstlich im Labor. Je nach Zellart können diese als Zellrasen zweidimensional oder mittels bestimmten Zell-Gerüsten dreidimensional kultiviert werden. Anschließend werden diese Zell- und Gewebekulturen (Tissues) in lebende Organismus re-transplantiert .

Tissue Engineers (m./w.) arbeiten mit Nährböden, Zellkulturen sowie mit  Bakterien- und Pilzkulturen. Bei ihrer Arbeit hantieren sie mit Laborgeräten wie z. B. Mikroskopen, Zentrifugen, Spektrometern, Chromatografen, Reaktionsgefäßen, Reagenzgläsern, Pipetten, Filtern und dergleichen mehr und setzen verschiedene elektronische Mess- und Prüfgeräte ein.

Sie arbeiten mit Computern, Laptops und speziellen Softwareprogrammen (z. B. zur Simulation und Daten-Modellierung) und Datenbanken (z. B. Gen-Datenbanken). Sie lesen und verwenden technische Unterlagen, Fachbücher, Handlexika und Fachjournale und führen Versuchsprotokolle, Arbeitsjournale, Tabellen und Statistiken. Aus Hygienegründen sowie zum Schutz vor  Chemikalien und anderen Stoffen tragen sie im Labor Arbeitskleidung, Schutzbrillen, Handschuhe und Mundschutz.

Tissue Engineers (m./w.) arbeiten in Forschungs-, Entwicklungs- und Prüflabors (Industriebetriebe, Universitäten), in Werks- und Produktionshallen sowie in Büroräumen, Konferenz- und Besprechungszimmern.

Tissue Engineers (m./w.) arbeiten in interdisziplinären Teams, bestehend aus wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, Fachkräften und SpezialistInnen aus verschiedenen naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen, siehe z. B.: BiochemikerIn, BioinformatikerIn, Molekularbiologe/Molekularbiologin, Gentechnologe/Gentechnologin, ChemikerIn, Labortechnik (Modullehrberuf), Pharmakologe/Pharmakologin, AgrartechnikerIn, UmwelttechnikerIn.

Sie haben Kontakt zu KundInnen, AuftraggeberInnen und MitarbeiterInnen von Ämtern und Behörden.

  • Zellkulturen, Gewebekulturen,  Bakterien- und Pilzkulturen züchten
  • Untersuchungen und  Experimente an Pflanzen, Zellkulturen und Mikroorganismen durchführen
  • Versuchsabläufe beobachten und protokollieren
  • Proben nehmen, analysieren und auswerten
  • Untersuchungsdaten erfassen und dokumentieren
  • Forschungsberichte und Studien publizieren
  • biotechnologische Verfahren zur Herstellung von Impfstoffen und Antibiotika entwickeln und anwenden
  • biotechnologische Messgeräte, Mikroskope, EDV-Programme bedienen und anwenden
  • molekularbiologische Methoden der Gentechnik und des Proteindesigns entwickeln
  • Aufgaben im Bereich Qualitätssicherungstechnik/Qualitätsmanagement durchführen
  • Sicherheits- und Hygienestandards kennen und einhalten
  • Entwicklungs- und Produktionsprozesse verwalten und dokumentieren
  • behördliche Betriebsbewilligungen und Produktzulassungen betreuen
  • biotechnische Dokumentation, biotechnisches Projektmanagement
  • Betriebe der Biotechnik/Biotechnologie,  Gentechnologie, Umweltbiotechnologie
  • Betriebe der Pharmazeutischen Industrie
  • Betriebe der Medizintechnik, medizinisch-diagnostische Laboratorien
  • Universitäten, Fachhochschulen, wissenschaftliche Institute (Forschung, Lehre und Entwicklung)

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Biochemie Bioinformatik Biometrie Biosynthese Biotechnologie Chemische Analyse Collagen Enzym Kardiologie Qualitätsmanagement