SachwalterIn

Andere Bezeichnung(en): KuratorIn

 

Berufsbeschreibung

SachwalterInnen regeln verschiedene Angelegenheiten bzw. treffen Entscheidungen für Personen, die aufgrund medizinischer Gutachten für unmündig erklärt wurden. Sie sind vom Gericht bestellte gesetzliche VertreterInnen dieser Personen und haben als solche die Rechte und Pflichten eines Vormundes. SachwalterInnen führen den Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden, regeln die Finanzen und die sozialmedizinische Versorgung ihrer KlientInnen. Sie arbeiten in Büros, nehmen aber sehr viele auswärtige Termine wahr. SachwalterInnen haben Kontakt mit ihren KlientInnen, mit Menschen aus deren Umfeld und Personen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, wie z. B. den MitarbeiterInnen von Behörden, ÄrztInnen und Pflegepersonal.

SachwalterInnen können für alle rechtlichen und behördlichen Angelegenheiten einer Person, die z. B. aufgrund einer Erkrankung, geistiger Behinderung oder Altersdemenz für unmündig erklärt wurde, bestellt sein. Sie vertreten ihre KlientInnen im Zuge des Gerichtsverfahrens, in dem geprüft wird, ob die Bestellung eines Sachwalters/einer Sachwalterin notwendig und gerechtfertigt ist. SachwalterInnen können für die umfassende Vertretung einer Person bestellt werden. Dabei umfasst ihre Tätigkeit u. a. die Verwaltung von Einkommen und Vermögen und die Vertretung vor Ämtern und Behörden. SachwalterInnen können aber auch ausschließlich für eine ganz bestimmte Angelegenheit (z. B. die Durchsetzung eines Pensionsanspruchs) bestellt sein.

Je nach Umfang ihres Zuständigkeitsbereichs führen SachwalterInnen den Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden, verhandeln mit privaten VertragspartnerInnen und regeln finanzielle Belange. Sie sorgen außerdem dafür, dass die medizinische Versorgung der KlientInnen und die Versorgung durch soziale Dienste im erforderlichen Ausmaß gewährleistet sind (z. B. durch Heimhilfe oder Essen auf Rädern).

SachwalterInnen führen Datenbanken, Karteien, Protokolle, Akten und KlientInnenbögen und arbeiten mit Postsendungen, Schriftstücken und Terminkalendern. Sie lesen und interpretieren Gesetzestexte, bedienen Computer, Drucker,  Scanner, Fax- und Kopiergeräte sowie Telefonanlagen.

Das wichtigste Arbeitsmittel eines Sachwalters/einer Sachwalterin ist aber die eigene Person. Im ständigen Kontakt mit den KlientInnen und Behörden ist einfühlsames und kompetentes Auftreten eine unverzichtbare Voraussetzung in diesem Beruf.

SachwalterInnen sind in Büros von Behörden oder Sachwaltervereinen tätig, sie sind mit Ausnahme der Sprechstundenzeiten jedoch an keine festen Bürozeiten gebunden. Sie nehmen sehr viele auswärtige Termine und KlientInnenbesuche wahr (z. B. Behördenwege, Hausbesuche, Besuche in psychiatrischen Krankenhäusern oder Alters- und Wohnheimen).

SachwalterInnen haben Kontakte zu MitarbeiterInnen von Behörden, Krankenhäusern oder Wohn- und Altersheimen (siehe z. B. Diplomierte/r psychiatrische/r Gesundheits- und KrankenpflegerIn, Arzt/Ärztin, Psychologe/Psychologin, PsychotherapeutIn, Fach- und Diplom-SozialbetreuerIn für Altenarbeit). Bei Rechtsangelegenheiten stehen sie außerdem in Verbindung mit Fachkräften aus dem juristischen Bereich (z. B. Amtsvormund (m./w.), Rechtsanwalt/Rechtsanwältin).

  • KlientInnen vor Ämtern, Behörden und Gerichten rechtlich vertreten
  • medizinische und pflegerische Versorgung der KlientInnen organisieren und kontrollieren (Pflegedienste bestellen, Essen auf Rädern etc.)
  • Einkommen und Vermögen der KlientInnen verwalten
  • Schrift- und Telefonverkehr mit Ämtern, Behörden, Banken, Versicherungen durchführen
  • Behördenwege und KlientInnenbesuche durchführen (z. B. in psychiatrischen Krankenhäusern, Alters- und Wohnheimen)
  • Verein für Sachwalterschaft und  Patientenanwaltschaft (im gesamten Bundesgebiet mit Ausnahme von Vorarlberg, einem Teil Niederösterreichs und Salzburgs)
  • Institut für Sozialdienste in Vorarlberg
  • Hilfswerk Salzburg
  • Niederösterreichischer Landesverein für Sachwalterschaft und Bewohnervertretung

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Demenz Patientenanwaltschaft Vertretungsbefugnis Zivilgericht