MathematikerIn

Berufsbeschreibung

Mathematikerinnen und Mathematiker sind mit der mathematischen Analyse, Berechnung und Beschreibung von wissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftlichen Problemen befasst. Dazu wenden sie verschiedene mathematische Methoden und Verfahren an, wie z. B. Algebra, Analysis, Differenzial- und Integralrechnung, Wahrscheinlichkeitsrechnung und  Statistik. Großteils führen sie ihre Berechnungen mit Hilfe von Computern und speziellen mathematischen Softwareprogrammen durch. Berufliche Tätigkeitsfelder ergeben sich für Mathematikerinnen und Mathematiker z. B. in der Technik, der Medizin, der Industrie, der EDV-Branche, bei Banken, Börsen und Versicherungen oder an Universitäten und wissenschaftlichen Instituten.
Mathematikerinnen und Mathematiker arbeiten eigenständig sowie im Team mit Berufskolleginnen und -kollegen und mit Spezialistinnen und Spezialisten aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen.

"An der Mathematik fasziniert mich, dass alles erklärbar und beweisbar ist. Wenn man den Vorgang verstanden hat, dann merkt man ihn sich einfach. Die Formeln in der Mathematik sind logisch und es gibt nur richtig oder falsch. In der Mathematik kann man nicht schwindeln, sondern kommt immer zum Punkt."
DIin Tina Reisenbichler, T-Systems Austria GesmbH, FEMtech Expertin Mai 2007

Mathematik ist die Wissenschaft von formalen Systemen. Hauptgebiete der Mathematik sind Algebra, Zahlentheorie, Analysis, Geometrie und Mengenlehre. Die reine Mathematik befasst sich mit Regeln und Beziehungen, Ableitungen und Rechnungsarten - mit mathematischen Verfahren im Allgemeinen. Dabei ist sie bemüht, aus wenigen Grundsätzen (Axiome) eine möglichst große Fülle von Aussagen abzuleiten. Im Bereich der Grundlagenforschung, die in erster Linie an Universitäten und Forschungsinstituten betrieben wird, werden die Erkenntnisse der Mathematik bzw. der mathematischen Teilgebiete erweitert und neue mathematische Verfahren entwickelt.

Die angewandte Mathematik überträgt die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung auf die Erfahrungs- und Problembereiche der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin oder der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Schwerpunktmäßig sind Mathematikerinnen und Mathematiker im Anwendungsbereich daher in den Bereichen Datenverarbeitung, Informatik,  Ökonomie, Betriebswirtschaft sowie Technik, Naturwissenschaften oder Medizin tätig. Unabhängig vom Anwendungsgebiet geht es immer darum, praktische Probleme und Aufgabenstellungen zu erfassen, zu analysieren und mit mathematischen Methoden zu lösen. Dabei wenden Mathematikerinnen und Mathematiker Methoden und Verfahren der reinen und angewandten Mathematik, der Wahrscheinlichkeitstheorie, der  Statistik, der Optimierung usw. an. Mathematische Modelle dienen für Simulationen, Prognosen (z. B. für Versicherungen) und ähnliches.

Mathematische Forschung wird nicht nur an Universitäten, sondern auch an verschiedenen mathematischen Instituten und in Forschungsabteilungen von Unternehmen der Industrie, Technik- oder Computerbranche betrieben. Die Forschungsarbeit erfolgt üblicherweise in Projektteams, d. h. in Zusammenarbeit mit Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen.

Mathematikerinnen und Mathematiker arbeiten mit mathematischen und technischen Unterlagen, Handbücher, Studien, Fachlexika und dergleichen mehr. Sie erheben und berechnen Zahlen und Daten und stellen diese in Form von Tabellen, Diagrammen und Grafiken dar. Dazu verwenden sie Computer und Laptops, die mit speziellen Rechenprogrammen ausgestattet sind. Sie verwenden weiters Statistiken, Formelsammlungen und Tabellen und führen Notizhefte, Listen, Protokolle und Journale.

Mathematikerinnen und Mathematiker arbeiten in den Räumlichkeiten und Büros ihres Betriebes bzw. ihrer Einrichtung an modernst ausgestatteten Computerarbeitsplätzen.
Sie arbeiten eigenständig sowie im Team mit verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten wie z. B. PhysikerInnen, InformatikerInnen, TechnikerInnen, MedizinerInnen oder mit WirtschaftsforscherInnen oder VersicherungsmathematikerIn.

Tätigkeitsfeld Lehre und Forschung:

  • mathematische Grundlagenforschung betreiben
  • allgemeine mathematische Verfahren und Methoden entwickeln; mathematische Teilgebiete weiter entwickeln (z. B. Algebra, Zahlentheorie, Analysis, Geometrie, Wahrscheinlichkeitstheorie)
  • Aufgaben im Bereich der universitären Lehre: Lehrveranstaltungen abhalten, Studierende betreuen
  • Lehrtätigkeiten an Fachhochschulen oder höheren Schulen; Schülerinnen und Schüler betreuen, Unterrichtsstunden vorbereiten und abhalten

Tätigkeitsfeld angewandte Mathematik:

  • praktische Aufgabenstellungen im Bereich der Industrie, Technik, Medizin oder Wirtschaft mathematisch beschreiben, analysieren und formalisieren
  • mathematische Modelle entwickeln, welche die vorgegebene Aufgabenstellung hinreichend exakt wiedergeben
  • geeignete Lösungsverfahren (z. B. Algorithmen, grafische oder numerische Verfahren, Simulationsverfahren) für die gewonnenen mathematischen Modelle auswählen oder entwickeln
  • Berechnungen zur Gewinnung von Lösungen innerhalb des mathematischen Modells durchführen
  • optimale Lösungen mit Hilfe der eingesetzten mathematischen Verfahren erarbeiten
  • Datenverarbeitungsanlagen und Rechenprogramme bedienen und gegebenenfalls programmieren
  • mathematische Softwareprogramme entwickeln
  • errechnete Resultate und Lösungen interpretieren, auswerten, darstellen und den Kundinnen und Kunden bzw. Auftraggebern präsentieren und erklären
  • Universitäten und Forschungsinstitute (Lehre und Forschung)
  • Fachhochschulen und höher bildende Schulen (Lehre)
  • Statistische Institute
  • Banken- und Versicherungen
  • Datenverarbeitungsunternehmen, Rechenzentren
  • Betriebe im technisch-industriellen Bereich (z. B. Bauwirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau, IT)

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Algorithmus Analytik Biometrie Künstliche Intelligenz Ökonometrie Operations Research

Berufsinfo-Videos