Biologe/Biologin

Berufsbeschreibung

Biologen/Biologinnen erforschen alle Formen des menschlichen, tierischen und pflanzlichen Lebens. Sie beobachten und studieren Ursprung, Entwicklung, Funktion, Verbreitung und Lebensraum der verschiedenen Lebensformen. Sie befassen sich mit biologischen Fragestellungen, werten ihre Ergebnisse aus und halten diese schriftlich fest. Diese Ergebnisse sind für andere Forschungsbereiche (etwa die Medizin oder die Landwirtschaft) von großer Bedeutung. BiologInnen arbeiten in der Natur oder in Laboratorien und verwenden technische Geräte (z. B. spezielle Computerprogramme oder Mikroskope). Sie arbeiten an Universitäten, wissenschaftlichen Instituten oder in Laboratorien von privaten Unternehmen (z. B. der Pharmaindustrie). BiologInnen arbeiten oft in Teams und mit anderen ForschungskollegInnen zusammen.

"Biologische Vorgänge werden als immer komplexer erkannt, und immer mehr Zusammenhänge werden offensichtlich. Ich würde daher sagen, dass mich nicht nur die  Molekularbiologie interessiert, sondern die Arbeit an komplexen Zusammenhängen. Biologie und Medizin sind in meinen Augen einfach total spannend."
Mag.a Dr.in Sylvia Brunner, Abteilungsleiterin beim Biotech-Unternehmen AFFiRiS AG, FEMtech Expertin im Jänner 2008

Biologen/Biologinnen sind in der Regel auf Fachzweige wie z. B.  Botanik, Humanbiologie,  Mikrobiologie, Genetik oder  Zoologie spezialisiert. Im Bereich der Forschung und Entwicklung sind BiologInnen mit wissenschaftlichen Experimenten sowie mit deren Analyse und Auswertung befasst. Im Labor bestimmen, klassifizieren und konservieren sie einzelne Exemplare von Lebensformen und legen für ihre Aufzeichnungen Archive und Sammlungen an. Sie experimentieren mit Tieren oder untersuchen Pflanzen, die sie im Labor halten und züchten, wobei Arbeitsverfahren wie Sektion, Mikroskopie, chemische Färbemethoden und Fotografie angewandt werden. Die Untersuchungsergebnisse werden mit statistischen Methoden ausgewertet.

In der Feldforschung beobachten BiologInnen Tiere und Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum, z. B. die Verhaltensweisen von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung und in ihrer Wechselbeziehung zu anderen Tieren. Im Forschungszweig  Botanik forschen sie nach unbekannten Pflanzenarten.
Die Feldforschung ist oft mit Forschungsreisen in naturbelassene Gegenden (z. B. Regenwälder, Steppen, Wüstengebiete) verbunden.

Der moderne Zweig der Bio- und  Gentechnologie hat in der pharmazeutischen und chemischen Industrie, aber auch in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie große Bedeutung gewonnen. Für Behörden und Verbände erstellen BiologInnen Gutachten, fachliche Stellungnahmen oder Expertisen und beraten ihre KlientInnen.

Biologen/Biologinnen verwenden folgende Arbeitsmaterialien und -geräte: elektronische Messgeräte, Mikroskope, Thermometer, Reagenzgläser, Pipetten, Filter, Nährböden, Gewebe-,  Bakterien- und Pilzkulturen, Brut- und Trockenschränke. Der Umgang mit Mikroskopen und hochempfindlichen Geräten erfordert höchste Sorgfalt und Konzentration. Zur Dokumentation und Auswertung von Forschungsprojekten arbeiten BiologInnen am Computer unter Anwendung von statistischen und anderen Softwareprogrammen.

Biologen/Biologinnen arbeiten in Labors und häufig auch im Freien (in der Natur ebenso, wie in künstlich geschaffenen Beobachtungsgebieten). Diese Feldforschung ist teilweise mit umfangreichen Forschungsreisen verbunden.

Biologen/Biologinnen arbeiten im Team mit BerufskollegInnen, AssistentInnen und Laborhilfskräften. Die fachliche Zusammenarbeit und Kommunikation mit verwandten Disziplinen wie Medizin, Chemie, Pharmazie oder Land- und Forstwirtschaft ist ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. BiologInnen stehen in engem Kontakt mit ExpertInnen und Fachkräften aus diesen Bereichen, siehe z. B. ChemikerIn, Pharmakologe/Pharmakologin, AgrartechnikerIn.

  • Forschungsprojekte planen und durchführen
  • Untersuchungen an Pflanzen, Tieren, Mikroorganismen oder Zellkulturen durchführen, Gewebeproben entnehmen
  • molekularbiologische, biochemische oder gentechnische  Experimente anordnen und durchführen
  • Versuchsabläufe beobachten, protokollieren und auswerten
  • Untersuchungsdaten, Berichte und wissenschaftliche Studien bearbeiten und analysieren
  • biochemische, biophysikalische, gentechnische oder molekularbiologische Verfahren (z. B. in Betrieben der pharmazeutischen oder chemischen Industrie) entwickeln und anwenden
  • Projektberichte, Forschungsberichte und Studien erstellen und veröffentlichen
  • Lehrveranstaltungen vorbereiten und abhalten, Studierende betreuen
  • Begutachtungs- und Beratungstätigkeiten für Behörden oder Verbänden ausüben, z. B. Gutachten und Expertisen ausarbeiten
  • Berichte und Dokumentationen erstellen, politische und wirtschaftliche EntscheidungsträgerInnen beraten
  • Universitäten und wissenschaftliche Institute
  • als Lehrende an höher bildenden Schulen
  • Betriebe der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie
  • Betriebe der Landwirtschaft, der Nahrungs- und Genussmittelherstellung
  • Betriebe des technischen Umweltschutzes (Bereiche  Entsorgung und  Recycling)
  • Museen, Bundes- und Landeseinrichtungen (z. B. Bundesanstalt für Pflanzenschutz, Forstwirtschaftliche Bundesanstalt u. a.)

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